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Für eine Handvoll Trollinger

22.09.2018

Schwäbisches Kabarett mit Werner Koczwara Hauptpreisträger Kleinkunstpreis Baden-Württemberg 2017

Schwäbischer Satiriker rollte die Weltgeschichte auf

Angefangen hat alles mit dem Urknall vor 14 Milliarden Jahren. In diesem „Muggeseggele” war das Heute bereits vorhanden, sogar Dieter Bohlen und Oskar Lafontaine. Und natürlich Trollingen, das kleine fiktive Dörfchen, über dessen Einwohner Werner Koczwara im Owinger kultur|o philosophierte. So schrieb er sein kabarettistisches Programm „für eine Handvoll Trollinger”, genauer gesagt für fünf Trollinger, die er dem Publikum vorstellte, zum Beispiel die „WvF”, die Witwe vom Franz, den Dieter mit seiner Vorliebe für Mülleimer, nicht zu vergessen den „HvK”, den Hund vom Kaiser, oder den Körner-Willi, von dem er glaubte, dass dessen Vorliebe für selbstgesammeltes Essen vorbei sei, - bis er seine Stimme nach 20 Jahren im Radio hörte: „Seitenbacher, Seitenbacher.”

Der Künstler hätte nach seinen Worten das Programm auch „Für eine Handvoll Dollars” nennen können, doch: „Ich bin nicht Clint Eastwood. Und wenn es dumm läuft, spielt man vor einer Handvoll Leute.” Diese Angst brauchte der Hauptpreisträger des Baden-Württembergischen Kleinkunstpreises 2017 auf der Owinger Bühne jedoch nicht zu haben. Das Publikum lachte Tränen, als Werner Koczwara über seine dunkle Kindheit berichtete. Als Sechsjähriger habe er seine Mutter gefragt: „Stimmt es, dass ich einmal sterben muss?” Mit der Bestätigung wollte er sich jedoch nicht abfinden. Denn schließlich: „Bei ungünstigen Diagnosen muss man eine Zweitmeinung einholen.” Die Antwort des Vaters verhieß jedoch keine bessere Aussicht: „Wenn es dumm läuft, bist du noch vor dem Abendessen ´hi`.” Kein Wunder, dass der Autor der Harald-Schmidt-Show schon als Kind seine eigene Trauerrede und Bestattung plante. Da hielt er es wie Stan Laurel, der einst sagte: „Wer bei meiner Beerdigung weint, mit dem rede ich nie wieder ein Wort.” Der Spruch des englischen Komikers hätte ihn als kleinen Jungen so geprägt, dass er entschied, ebenfalls diese Laufbahn einzuschlagen.

Auch die Bürgermeister von Trollingen kamen in seinen Ausführungen nicht zu kurz, angefangen von T7, so genannt wegen seiner sieben Todsünden, über T8, dessen Vorschlag, in der Ortsmitte ein Krematorium einzurichten, aufgrund des „sozialen Brennpunktes” abgelehnt wurde, bis hin zu Bürgermeister T 13, der unbedingt einen Flughafen oder einen Bahnhof in Trollingen haben wollte.

Doch den Weg in die Hölle erreichte der Kabarettist über einen Lift. Zu dieser Fahrt lud ihn der depressive und alkoholkranke Tod ein, der darunter litt, dass sich keiner über seinen Besuch freue.

Wissenswertes erfuhren die Zuhörer über ein ungewöhnliches Ereignis in Monte Carlo am 18. August 1913. In dem legendären Spielcasino landete die Roulettekugel sechsundzwanzig Mal hintereinander auf Schwarz.

Das weltweit bekannte Abschiedslied „Auld Lang Syne” oder „Nehmt Abschied, Brüder”, das in der Pfadfinderbewegung am Ende von Veranstaltungen gesungen wird, diente Werner Koczwara schließlich als „Rauswurflied” für das Publikum, das nach einem vergnüglichen Abend noch einen schwäbischen Sprachkurs erhielt.

„Es hat sich rentiert”, resümierte denn auch Wolfgang Bühler, der sich als eingefleischter Fan des Satirikers darüber freute, dass er zum ersten Mal nicht weit fahren musste, um den mehrfachen Preisträger erleben zu können. „Ich hätte nie gedacht, dass ein solch bekannter Künstler nach Owingen kommt”, zeigte sich der Taisersdorfer positiv überrascht.

Der Kulturkreis Owingen dankt sehr herzlich den Owinger Hexen für die Verköstigung sowie Julian Ehrlich und Klaus Stark für die technische Unterstützung.

Angelika Thiel
Bilder: Klaus Schielke)

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