Gemeindeentwicklungsplanung "Owingen 2025"

Einweihung Dorfplatz Billafingen am 29. September 2018

Dorfplatz

Ansprache von Herrn Bürgermeister Henrik Wengert:

Liebe Billafingerinnen und Billafinger,
werte Mitbürger und Gäste,
meine sehr geehrten Damen und Herren,

viele meiner Bürgermeistertermine sind Pflicht, aber es gibt auch solche, die sind Kür. Einen neuen Dorfplatz seiner Bestimmung bzw. der Bevölkerung zu übergeben, zählt für mich eindeutig zur Kür. Denn es ist eine sehr schöne Aufgabe, dabei sein zu dürfen, wenn Neues seinen Lauf nimmt. Hierzu begrüße ich Sie im Namen der Gemeinde Owingen und natürlich persönlich sehr herzlich und freue mich außerordentlich über unsere heutige Zusammenkunft.

Ein besonderer Gruß gilt
• unserem Ortsvorsteher Herrn Markus Veit, welcher heute Unterstützung von seinen Kollegen Dr. Angelika Thiel aus Taisersdorf und Jörg Nesensohn aus Hohenbodman erhält, sowie seine Vorgänger im Amt, Herr Ernst Beck und Herrn Karl Barth,
• meinem Vorgänger im Amt, Herrn Günther Former,
• allen anwesenden Gemeinde- und Ortschaftsräte,
• allen ehrenamtlichen Helfern, die sich zur Gestaltung dieses Platzes so hervorragend eingebracht haben,
• den Landschaftsarchitekten, Herrn Johann Senner von der Planstatt Senner aus Überlingen mit seinen Mitarbeitern Peter Fürmaier und Bernd Heinroth,
• allen am Bau beteiligten Firmen, insbesondere die Vertreter der Fa. Schöppler und der Zimmerei Veit sowie den Kollegen des kommunalen Bauhofs,
• den früheren Eigentümern der Roth‘schen Scheune, denen in der Vergangenheit eine ganz besondere Rolle zukam,
• den Kindern des Kindergarten billabü unter Leitung von Carolin Moll,
• der Zäpfle-Bräss-Band unter Leitung von Herrn Karl Huber,
• und natürlich nochmals Ihnen, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, sowie allen Gästen, welche dieses besondere Ereignis heute gemeinsam mit uns feiern wollen.

Meine Damen und Herren,
Billafingen hat einen attraktiven neuen Mittelpunkt bekommen. Mit diesem Dorfgemeinschaftsplatz, den wir heute einweihen, haben wir einen schönen Treffpunkt und Begegnungsort gewonnen.

Nach monatelanger Planung und Bautätigkeit liegt jetzt das Ergebnis vor uns – und, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger - ein wun-derbares Resultat. Mit seiner ansprechenden Gestaltung lädt der Platz uns ein zum Verweilen und Plaudern, zum Flanieren und Schauen, zum Spielen und natürlich zum Feiern. Die Bänke in der Pergola versprechen entspannte Pausen und das Grün der Bäume wird in Bälde für Schatten und Erholung sorgen.

Die wegweisende Idee, an diesem Ort einen Dorfplatz zu schaffen ist, wie Sie sich vielleicht erinnern können, im Rahmen der ersten Fortschreibung der Gemeindeentwicklungsplanung „Owingen 2025“ entstanden. Werfen wir also nochmal einen kurzen Blick zurück, wobei ich alle Details rund um die Roth‘sche Scheuer unserem Ortsvorsteher Markus Veit überlassen werde.

Im Rahmen der Entwicklungsplanung wurde die Roth‘sche Scheune für Billafingen als eines der wichtigsten und ortsbildprägendsten Gebäude im historischen Ortskern herausgearbeitet. Ein engagierter Bürgerkreis hat daraufhin Ende 2011 das leerstehende Gebäude erworben, um die zukünftige Nutzung und Entwicklung der Ortsmitte selbst mitgestalten zu können. Die mehrjährigen, intensiven Bemühungen, eine tragfähige Nachnutzung der leerstehenden Scheune zu entwickeln, waren jedoch leider nicht erfolgreich.

Der Gemeinderat hatte sich in Folge mit dem Thema beschäftigt und entschieden, die Umgestaltung des Areals vor dem anvisierten Erwerb in einem intensiven Dialog mit der Bevölkerung anzugehen. Ziel war es, auch bei einem etwaigen Rückbau der Scheune, einer identifikationsstiftende Ortsmitte neben der Kirche im Form eines Dorfplatzes zu schaffen.

Schon während der ersten Bürgerwerkstatt im Mai 2015, wurde unter Beteiligung von 35 Bürgerinnen und Bürgern deutlich, dass der neue Dorfplatz vielfältigen Ansprüchen gerecht werden müsste. Diese gingen von der Infrastruktur für die fahrenden Händler über die Aufenthaltsqualität mit entsprechender Begrünung bis hin zu der Anzahl von zu schaffenden Parkplätzen.

Für die Mitarbeiter der Planstatt Senner sicher kein ganz leichtes Unterfangen, aus all diesen Bedürfnissen unterschiedliche Varianten eines Dorfplatzes für die zweite Bürgerwerkstatt zu erarbeiten.

Es ist Ihnen aber gelungen - bereits im Juli 2015 fand der 2. Bürgerworkshops statt, an dem drei Varianten für einen Dorfplatz vor-gestellt wurden und wiederum von rund 40 Mitbürgerinnen und Mitbürgern eingehend diskutiert wurden. Die Arbeitsgruppe ver-ständigte sich schließlich darauf, dass der Dorfplatz mit einer langgezogenen Pergola als schützendes Dach gestaltet werden sollte. Diese sollte durch einen sogenannten „grünen Rücken“ und die 4 Stellplätze an der Raiffeisenstraße ergänzt werden. Angeregt wurde außerdem, dass der Platz eine gewisse Durchlässigkeit haben sollte, um ihn von allen Seiten begehen zu können und selbstverständlich sollte er eine ausreichende, möglichst heimische Begrünung aufweisen.

Bis zum Ende des Jahres 2015 wurde die Planung dann im Detail weiterentwickelt, mit Kosten hinterlegt und sowohl im Ortschaftsrat als auch im Gemeinderat die entsprechenden Beschlüsse zur Umsetzung gefasst, also
1. der Kauf der Gebäude-und Freifläche der Roth‘schen Scheune,
2. den Abbruch des Gebäudes und der Freimachung des Baufeldes und
3. die Erstellung des neuen Dorfplatzes

Insoweit war eigentlich alles klar - die Zuschussanträge gestellt und die Mittel im Haushalt eingeplant. Bis…, ja bis dann an Fasnacht 2016 offensichtlich nochmals neue Erkenntnisse gewonnen wurden. Die Scheuer hatte in der närrischen Zeit immer als Besenwirtschaft gedient, was nunmehr zu dem Wunsch führte, ein kleines Festgebäude zu bauen – und zwar möglichst aus den Materialien der zurückgebauten Scheune.

Ich kann mich noch gut an das erste Gespräch mit Markus Veit bei der Planstatt Senner im Frühjahr 2016 erinnern, in der diese Idee den Planern offenbart wurde. Ich sage mal so, der Idee einer Festhütte schlug nicht auf Anhieb die große Euphorie entgegen. Ich will mich da auch nicht ausnehmen, weil wie gesagt, die Planungen verabschiedet, die Finanzierung besprochen und die Zuschussanträge bereits gestellt waren. Und heute muss ich sagen, Gott sei Dank hat die Festhütte noch Eingang in die Planung gefunden.

Nach dem Erwerb der Roth‘sche Scheune im Juni 2016 wurde das Gebäude dann im Frühjahr 2017 zurückgebaut. Übrigens unter der tollen Mithilfe vieler Billafinger Jugendlicher, wofür ich mich nochmals sehr herzlich bedanke.

Im September 2017 konnten wir dann gemeinsam den symbolischen Spatenstich für diesen Dorfplatz begehen. Und heute, also rund 12 Monate später, können wir das Ergebnis all dieser Anstrengungen in Augenschein nehmen, und es kann sich – Sie stimmen mir sicher zu – wahrlich sehen lassen. Deshalb möchte ich an dieser Stelle auch allen, die in der einen oder anderen Weise an der Realisierung dieses Projekts beteiligt waren, vielmals danken. Neben den Initiatoren aus der Gemeindeentwicklungsplanung sind hier insbesondere der frühere Ortsvorsteher, Herr Karl Barth, die Maklerin, Frau Ute Lorenz, die Roth’sche Scheune GbR, die Kollegen des Bauhofs, alle ehrenamtliche Helferinnen und Helfer sowie die hauptamtlichen Arbeiter, stellvertretend die Planstatt Senner aus Überlingen zu nennen. Und schließlich noch die direkte Nachbarschaft sowie insbesondere Herr Ortsvorsteher Veit und Herr Ortsbaumeister Widenhorn für die enge und gute Zusammenarbeit während der gesamten Bauphase.

Billafingen hat also ein weiteres Aushängeschild erhalten, was uns selbstverständlich auch einiges wert war - kommen wir also noch kurz zu den nackten Zahlen. Die Kosten für die Bürgerwerkstätten, den Kauf und den Abbruch der Scheune sowie die Neuanlage dieses Dorfplatzes mit allen entsprechenden technischen Einrichtungen belaufen sich insgesamt auf 293.000,00 EUR. Dank unseres 2014 erworbenen Prädikates eine Schwerpunktgemeinde im Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum zu sein, konnten wir für den Kauf, den Abbruch und den Neubau insgesamt Zuschüsse in Höhe von 121.000,00 EUR generieren. Darüber wird sich die katholische Kirche an der Toilette in der Festhütte finanziell beteiligt, wofür ich mich bei Herrn Däschle, als Vertreter der Seelsorgeeinheit Überlingen, schon jetzt sehr herzlich bedanke.

Inmitten von Billafingen, gegenüber vom Rathaus und der Neuen Gerbe, ist ein Treffpunkt entstanden, der nicht nur von der Bevöl-kerung gewollt wurde, sondern der auch allen, Jungen wie Alten, Familien wie Singles, Einheimischen wie nur kurz Verweilenden, viel zu bieten hat.

Plätze waren übrigens schon immer bedeutsame Mittelpunkte dörflicher und städtischer Gemeinschaften. Dort wurden beispielsweise Waren ausgetauscht, aber auch Neuigkeiten, dort wurden Feste gefeiert, dort trafen sich die Bürgerinnen und Bürger nach Feierabend. Solche Plätze gaben den Orten ein unverwechselbares Aussehen – und das tun sie bis heute.

Gerade in kleineren Orten wie bei uns auf dem Land gehört es zur Lebensqualität, attraktive Treffpunkte zu besitzen bzw. anbieten zu können. Auf dem Land zu leben hat viele Vorzüge – und viele Menschen wissen diese Vorteile sehr zu schätzen. Nur in puncto Freizeitgestaltung und -unterhaltung kann ein Dorf kaum mit einer Großstadt konkurrieren. Umso wichtiger ist es, mit den Pfunden zu wuchern, die wir haben, und viele Angebote zu machen – Angebote zum Spielen für Kinder und Jugendliche; Angebote zum Entspannen und Sichtreffen, für jüngere wie ältere Erwachsene. Solche Angebote sind gewünscht und stärken überdies die Verbundenheit der Bewohnerinnen und Bewohner mit ihrem Lebensmittelpunkt.

Liebe Billafingerinnen und Billafinger,
dieser Dorfplatz ist jetzt Ihr Platz. Er wartet jetzt nur darauf, von Ihnen mit Leben erfüllt zu werden. Deshalb freue ich mich, dass er heute seiner Bestimmung übergeben wird, und bin sicher, dass er aus Billafingen schon bald nicht mehr wegzudenken sein wird.

Mit einem herzlichen Dank an all jene, die zum Gelingen der heutigen Einweihung - in welcher Form auch immer - beigetragen haben, komme ich nun zum Schluss und bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit.

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