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Wissenswertes vom Heinz-Sielmann-Weiher (44) und vom Biotoverbund Bodensee (BVB) allgemein

Jahresbericht 2017

Wissenswertes vom Heinz-Sielmann-Weiher (44) - und vom Biotopverbund allgemein

Jahresbericht 2017 – es gibt Erfreuliches mitzuteilen. Wie im letzten Bericht angekündigt, war für 2017 geplant, einmal recht genau zu ermitteln, wie viele Vogelindividuen unser Weihergebiet im Jahresverlauf vom 1. Januar bis zum 31. Dezember nutzen – sei es als Brutvogel, Rastvogel auf dem Durchzug oder Nahrungssuchender aus der Umgebung. Das ist für Weißstorch, Höckerschwan oder auch noch Bläßhuhn und Stockente leicht bis einigermaßen gut zu bewältigen, aber für versteckt lebende Arten wie Rohrsänger, Schwirle, Grasmücken usw. schwierig und nur von Spezialisten zu leisten, die mit kombinierten Methoden wie Sichtbeobachtung, Verhören und Fang und Beringung arbeiten. Auch damit ist keine absolut genaue Gesamtzahl zu ermitteln, wohl aber eine sichere Abschätzung der Mindestanzahl. Bei dieser sehr aufwändigen Arbeit haben mich etwa zehn Ornithologen unterstützt – ehemalige Mitarbeiter aus meiner Zeit an der Vogelwarte Radolfzell.

Beobachtungen sind an allen Tagen des Jahres durchgeführt worden, Vögel gefangen und beringt (zur Methode siehe den Jahresbericht Nr. 43) wurde an 148 Tagen. Fang und Beringung ergaben 5.345 Individuen von 74 Arten, Fang und Beobachtung insgesamt 14.350 Individuen von 120 Arten. Die 10 häufigsten Arten waren Star (ca. 5.000) und Rauchschwalbe (ca. 3.000), vor allem in großen Schlafplatzgesellschaften, gefolgt von Teichrohrsänger (1.000), Kohlmeise (700), Blaumeise (650), Erlenzeisig (400), Mönchsgrasmücke (300), Feldsperling (250), Bachstelze und Mehlschwalbe (je 200). Zu den rund 15.000 ermittelten Individuen sind mindestens weitere 10.000 hinzuzurechnen, vor allem für die Fläche südlich des Hauptweges, die kaum erfasst wurde, sowie für Tage, an denen nicht gefangen und beringt worden ist. Damit ergibt sich für das Weihergebiet nach vorsichtiger Abschätzung eine Jahresgesamtsumme von etwa 25.000 Vögeln, die aber durchaus auch 30.000 oder mehr betragen kann. Eine gewaltige Summe! Würde man, wie von uns vorgeschlagen, in Deutschland alle zehn Kilometer ein Biotop wie das Billafinger Heinz-Sielmann-Areal einrichten – das wären bundesweit 2.500 derartige Biotope – könnten davon reichlich 60 Millionen Vogelindividuen profitieren (2.500 x 15.000) – das wäre recht genau die Hälfte aller derzeit in Deutschland noch vorkommenden Vögel! Bedenkt man, wieviele weitere Tiere und Pflanzen durch derartige neuartige Biotope erhalten oder gefördert werden, wird klar, wie wertvoll sie sind und wie sehr es sich lohnt, möglichst rasch viele weitere einzurichten.

Und damit kommen wir auf einen guten Weg. Mein 2017 erschienenes neues Buch „Unser Vögel – warum wir sie brauchen und wie wir sie schützen können – Jeder Gemeinde ihr Biotop“, hat in ganz Deutschland die Einrichtung neuer Biotope stimuliert. Um auf einen „Biotopverbund Deutschland“ zügig zuarbeiten zu können, hat die Heinz Sielmann Stiftung zum 1. Januar 2018 eine neue Stelle eingerichtet, und zwar in Stockach. Dort arbeitet nun in unserem Büro der Sielmann Stiftung neben Frau Sindy Bublitz, die vor allem für den Biotopverbund Bodensee zuständig ist, Frau Julia Rutkewitz, die sich schwerpunktmäßig um einen Biotopverbund Deutschland kümmert. Anfragen, Vorschläge und zügige Umsetzungen gehen bereits in die Hunderte, und konkrete Projekte begleiten wir von Reutlingen oder Tübingen im Ländle bis hin zu Maßnahmen in Bayern, Niedersachsen oder Nordrhein-Westfalen. Und die Aktivitäten werden sich allem Anschein nach rasch erheblich ausweiten. Für unseren Raum steht als nächstes ein neuer Weiher im Ruhestetter Ried an. Und zum Schluss: Auch 2017 brachte wieder eine neue Vogelart für unseren Sielmann-Weiher: den Singschwan – Nummer 181!

Peter Berthold

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